Leseproben

Kalender_2020-20112019_02

Dei Plattdütsche Kalenner 2020 för ‘t Ollenborger Münsterland
För grote un lüttke Plattschnacker!

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Textauszug vom Mai:

Maiandacht mit Vaterunser
In use Ollenborger Münsterland gaoht in Maimaond dei Lüe noch nao de Maiandacht. Faoken werd uck up Buurnhöwe, an Wägekrüze sücke Andachten tau Fraide för Maria in Himmel affholln. So uck jeden Dönnerdagaobend inne Sportoase in Bräögel.

Trudi mit ehre Mamm güngen dor uck hen. Trudi kunn ehrn Otto maläwe nich mitkriegen. Aaltied füllt üm wat in, wat hei jüss up Stäe noch daun möss. Mit siene Schwiegermamm har hei dat nich gaut tauliggen un sei uck nich mit üm. Äöwerall miskete sei sick in. Un dann bäde sei uck noch so faoken un väl taulange. Faoken harn dei beiden sick inne Wulle un wassen spinnendull. Mangers döe Otto ehr uck wat up ´n Stock. Dann kreeg hei van Trudi Wind van vörn. Trudi stünd dortüsken un har dat dann nich so licht.

Aower an den lessden Dag in Maimaond güng hei, nao aal dat Drinsen van Trude, doch mit. Un wat dat Malör will. Hei sitt näben siene Schwiegermamm.

Ännern Dag up Arbeit fraogt sien Kumpel un lacht dorbi : „Otto, du häss jao ein blauet Ooge. Spektaokel mit Trude? Wor is dat passeiert?“ „Dat kummp van ´t Bäen“, sägg Otto kortaff. „Wat? Wat? Bi ´t Bäen krigg man ein blauet Ooge? Sietwann?“

„Dat köm so! Ick was inne Maiandacht un seet näben miene Schwiegermamm. Wi wassen aale an dei Stäe un bäten: Und führe uns nicht Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.“
„Jüss, in dissen Oogenblick häbb ick miene Schwiegermamm ankäken. Un Zack! Do flög all ehr Ellbogen rut un plosterte mi ein´n up rechte Ooge. Un sä dorbi ganz bitzig: „Dat hars woll nich dacht, dat ick Gedanken läsen kann!“

Wortverklorn:
Buurnhöwe – Bauernhöfe
Drinsen – drängen, intensiv betteln
up´n Stock daun – wiederholt ärgern
bäen – beten
bäten – ein wenig, plostern-pflastern
bitzig – zickig

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Textauszug vom August:

Plietschk un klüftig!
Wi beduurt dat jao aale. Uck bi us in Ollenborger Münsterland maokt väle Läöden tau. Gägen dei groten Inkoopcenter, wor du aals up eine Stäe koopen kanns, käönt sei nich gägen an.

Aower eine Sorte Läöden, dei find´t man noch. Dat sünd dei Schauhläöden.

Wecke Fraulüe häbbt woll 30 Poor Schauhe un koopt immer noch neie tau. Dei Kerls sünd dorgägen sünig. Twei Poor Schauhe, Sandaolen un ein Poor Huusschauhe sünd naug.

Nu is inne Stadt Karmste un dei Schauhlaoden is nommdaogs aopen. Dei Chef van ´n Schauhlaoden röpp siene öllere Uthülpe Karin an. Sei schall üm vandaoge helpen.

Dat düert gor nich lange, do kummp eine ganz aparte, upmüsste Fro, so üm dei veiertig, in´n Laoden. „Ick häbb in´n Schaufenster vörne ein Poor helle Schauhe seihn, dei wull ick maol anprobeiern. Ick meen dei hochhackigen mit so ´n dünnen Affsatz.“ Karin kennt dei Fro nich. Sei frögg nao Grötte, haolt den Schauh ut´ t Fenster un helpt ehr galant bi ´t Antrecken.

Dei Fro stolziert äöwern Teppich un passt noch ne ganze Riege Schauhe tau an. „Dei eiersten Schauhe passt un gefallt mi am besten. Wat kost´t dei?“ „Dat is dei beste Marke, dei wi häbbt, kost´t 265,00 €.“ „Oh! Mit soväl häbb ick nich räket. Ick kann woll 80 € anbetaohlen. Ick häbb nämlick miene EC Korte nicht dorbi. Morgen kaom ick wedder.“ „Kien Problem. Ick pack di dei Schauhe in.“

At dei Fro wäge is, kummp dei Chef un mennt tau Karin: „Dei Fro kenn´ ick uck nich. Dei kummp wisse maläwe nich wedder. Den Rest käönt wi man in ´n Schossstein schriewen. “
„Do lacht Karin äöwert ganze Gesicht. „Dei Fro kummp morgen wisse wedder. Ick bün doch klüftig un plietschk! Ick häbb ehr twei linke Schauhe inpackt.“

Wortverklorn
Beduurn – bedauern
käönt – können
Schauhlaoden – Schuhgeschäft
sünig – sparsam
upmüsste – aufgemachte
klüftig – nett, klug
plietsch – pfiffig, listig

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Textauszug vom August:

Dat sägg man so in Alldag!
Laot di dat gaut gaohn.
Alles Gute!

Wo kann ’t angaohn?
Wie kann das passieren?

Dat kummp mi nich taupasse.
Das kommt mir ungelegen.

Dat har noch leiper kunnt.
Das hätte noch schlimmer sein können.

Dat kribbelt mi inne Finger.
Das reizt mich.

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Textauszug vom August:

smileyFerdi is vertwiewelt.
„Ick wünske, ick har so masse Geld, dat ick up Stoppelmarkt mi veier Pere koopen kunn.“
„Du bis doch ein Aohnsägel! Wotau bruuks du veier Pere?“
„Dei bruuk ick uck nich, aower bloß dat Geld dortau!“


Dor kanns du nicks up anDor kanns du nicks up an!

Textauszug aus S. 41

Vör Gericht un up Sei bis du faoken in Gottes Hann’n
Sämbzig Johr is use Grundgesetz 2019 worn. Wi schulln un mäöt hütdaogs aale dankbor un taufräe wän, dat wi dat häbbt. För 70 Johr jankten wi nao Fraie, Äten un Arbeit. Un 70 Johr läöter sind wi riewhannig un vermaoklick. Aower eins is bläwen: Dat Gesetz is för aale gliek. Wecker Leipes dait: Inbräken, Klauen, Hauen un mit ’nen Mest tausteck off mit ’n Gewehr schütt, dei kummp vörn Kadi un villicht för Johre in ’t Kittken.

Faoken häbbt dei Richter dat nich licht. Sei mäöt jao dei Wohrheit rutfinnen un ein gerechtet Urdeil maoken. Aower uck dei Advokaten helpt dorbi. Mangers willt dei Mandanten nich umliek.

So güng dat uck maol ein’n jungen Advokaot. Do frög üm dei Mandant: „Schall ick den Richter nich bäter vörher einen Reihbraoen taukaomen laoten?“ „Bis du malle! Laot dei Finger dorvan! Dann verleist wi wisse dien Prozess.“ Dei Saoke stünd nämlick nich gaut för den Mandanten. Aower vör Gericht un up Sei bis du jao in Gottes Han’n, sägg man woll so dörn Dag.

Kienein har dormit räket. Dei Prozess wüdd wunnen. Buuten uppe Treppen vör dei Dörn van ’t Gericht, sä dei Mandant ganz driest: „Jao, so is et! Wenn ick den Richter nich in Naom van mien Gegner ein’n Reihbraoen henschicket har, well weit, off du dann den Prozess uck wunnen hars.“


dat-gaiht-doch-glatt-bitau

Dat gaiht doch glatt bitau

Sei kreegen sick bold anne Köppe
Bi us wedd bauet un bauet. In dei groten Hüser, wecke sünd all „Wohnanlaogen“, dor waohnt woll taihn Familjen, Singels off Poore, mit un aohne Kinner, wecke uck mit off aohne Katten un Hund. In disse groten Hüser giff dat mangers licht Kabbeleien un Spektaokel. So was dat uck lessens in eine neie Wohnanlaoge. Dor harn sick bold tweie anne Köppe krägen.

In so ‘ne Wohnanlaoge waohnten dei Schaulmester Augustinus Holtfeld und genau dorünner dei Busfohrerin Elfriede Janssen.

Schaulmester Holtfeld har noch laote ein’n Krimi bekäken. Jüss was hei in sien’n Bedde inschlaopen. Do pingelde dat an siene Wohnungsdörn: Sturm. Un dat nachts üm drei Uhr!…

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Textauszug aus S. 18
smileyVeiertig Daoge nao Ostern is Christi Himmelfohrt. Dat is ein Fierdag. Un an dissen Fierdag is ein Buur mit sien Trecker up’n Land taugange. Dat sütt dei Pastor. Hei hollt mit sien Auto an un ropp den Buur tau: „He, Gottfried, vandaoge is doch Christi Himmelfohrt.“ „Dat maokt nicks“, ropp Gottfried luut trügge. „Ick fäuher nich mit!“


dat-kummp-aals-an-n-dagDat kuummp aals an ‘n Dag!

Textauszug aus S. 47
smileySilke staiht anne Kasse in’n Supermarkt un sägg tau dei Kassiererin: „Gistern häss du di üm taihn Euro verseihn!“ – „Dat hars du fortsen säggen mösst. Nu kann ick di dat Geld nicht mehr gäwen“, sä dei Kassiererin. „Oh, super!“ straohlde Silke äöwert ganze Gesicht, „dann beholl ick äben dei taihn Euro.“


„Ein wunderschönes Kinderbilderbuch ,wo Tiere Gesichter haben.“

Auszüge und Bilder aus dem plattdeutschen Bildergeschichtenbuch:
„Goos Adelheid gaiht up Weltreise“
(in allen Buchhandlungen erhältlich)

goos-adelheid-1

Dor wör maol  `ne Goos. Dei heet Adelheid. Sei har sess Gösken, dat eine noch fiener un weiker at dat ännere. Eines gauen Daoges güngen sei los up Weltreise…

goos-adelheid-2

Aobends kröpen sei bi Mama ünnere Fern. Dei Katte schlöp uck, blots dei Poggen nich.

goos-adelheid-3

Dat was pickdüster. Vör den Foss har Adelheid masse Angst. Knackde dor wat?


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